Geschichte

1994 von der Kunsthistorikerin Andrea Jünger gegründet, präsentiert die Galerie ein auf stilistische Vielfalt bedachtes Spektrum österreichischer Gegenwartskunst aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur. Nach 19 Jahren Vermittlungstätigkeit in Baden bei Wien wurde der Niederösterreich-Standort im November 2013 von Baden nach Vöslau verlegt, um im darauf folgenden Jahr mit einer programmatischen Eröffnungsausstellung ("Trailer") die Arbeit in Wien fortzusetzen. Seit dem 21. März 2014 finden hier auf drei Ebenen Ausstellungen, Performances, Lesungen und Konzerte statt.


Die weitläufigen Räumlichkeiten in der Paniglgasse 17A – sie beherbergten bis zum Frühjahr 2012 die Produktionsstätte und Verkaufsfiliale einer Wiener Traditionsbäckerei – bieten mit ihren hohen, teils gekachelten Platzlgewölben ungewöhnliche Präsentationsmöglichkeiten für Bildende Kunst und begleitende kulturelle Veranstaltungen. Die Details der Adaptierungen wurden gemeinsam mit Architekt Paul Linsbauer/pla.net, dem Lichtplaner Maximilian Sperl/Kreon Austria und Renate Scheidenberger/Baukultur entwickelt. Erhaltenswürdige bzw. konservierbare Elemente des Altbestandes sollten in Verbindung mit Spolien, zeitgenössischen Materialien und sichtbarer Haustechnik jeweils sehr spezielle architektonische Vorgaben nutzen, um daraus drei höchst unterschiedlich angelegte Raumkonzepte zu realisieren.
Diese reichen:
I) vom zurückhaltend, klar strukturierten Galerieraum des Straßenlokals und dem daran anschließenden zweiten Ausstellungsraum, der - visuell bereits komplexer vom alten Zementfliesenboden, bzw. einem Stiegengeländer des 19. Jhs. stilistisch geprägt - erst durch schräg in den Raum schneidende, schwarze Lichtschienen gleichsam ein zeitgenössisches Gegengewicht erfuhr,
II) über die an einen Innenhof grenzenden „Wiedner Salons“, wo - neben einer modernen Schauküche - in der atmosphärischen Verschränkung von zeitgenössischer Kunst mit der eleganten Wiener Wohnkultur des 19. Jhs. formal bewusst auf die Kontinuität kultivierter abendländischer Lebensart insistiert wird,
III) bis hin zum gekachelten Souterrain, den ehemaligen Backstuben. Hier herrscht ein anderer Geist: spröde Grandezza. Die belassenen Spuren vergangener Nutzungen, die sich auch in dem von zahlreichen gewaltsamen Demontagen immer wieder gestörten Raster der hochrechteckigen Wandfliesen manifestieren, lassen einen visuell sehr dominanten, ebenso reizvollen wie schwierigen Ausstellungsort entstehen, der allerdings hohe Behauptungsanforderungen an die bildende Kunst stellt.

Mit der Gründung des Kulturvereines "Freunde der Wiedner Salons" beherbergen „Underground“ und „Wiedner Salons“ nicht nur Fremdveranstaltungen, sondern dienen vor allem einem gemeinsamen Projekt mit Renate Scheidenberger, einen neuen, zentral gelegenen Ort für breitgefächerte Informationen aus den Bereichen Kunst, Wissenschaft und Lebenskultur und im Besonderen für das Gespräch zu schaffen.